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Lehren aus den USA: Cannabis-Legalisierung könnte Deutschland 2,3 Millionen Neu-Konsumenten bescheren

Zwei Jahre nach der Cannabis-Legalisierung in Alaska, Massachusetts, Oregon, Maine, Kalifornien sowie Colorado liegt die Quote der Cannabis-Konsumenten in der Gesamtbevölkerung im Mittel 2,8 Prozent höher, als zuvor. Auf die deutsche Gesellschaft übertragen, würde dies bedeuten, dass nach einer Legalisierung respektive Entkriminalisierung 2,3 Millionen Konsumenten hinzukommen – und dies binnen zweier Jahre. Dies geht aus einer Erhebung von Onlinecasinomaxi.de hervor.

Obgleich es keine Gewissheit dafür gibt, dass der Effekt in der Bundesrepublik in ähnlicher Größenordnung eintreten würde, liefern die bisherigen Daten ein eindeutiges Bild: in allen genannten Bundesstaaten konsumieren seit der Legalisierung deutlich mehr Bürger Cannabis. Mehr noch: auch in Kanada zeigt sich das Muster. Lag die Konsumentenquote zum Zeitpunkt der Legalisierung Ende Oktober noch bei 22 Prozent, waren es 2020 bereits bei 27 Prozent, so Daten des kanadischen Statistikamtes.

Wie die Erhebung aufzeigt, liegt die Legalisierung in Colorado und Washington schon deutlich länger zurück als 2 Jahre. Die Datenlage ist hier noch eindrücklicher: konsumierten in Colorado vor 5 Jahren lediglich 16,22 Prozent der Bürger, stieg die Quote nunmehr auf 24,86 Prozent an. In Washington stieg der Anteil indes von 15,4 auf 22,49 Prozent an. Datengrundlage für die Werte in den US-Bundesstaaten liefert das CATO-Institute.

Wachstumsmarkt Cannabis

Während rund um gesellschaftliche Folgen kontroverse Diskussionen geführt werden, zählt die Cannabis-Industrie unbestritten zu den großen Profiteuren der Entwicklung: erzielte diese alleine in Colorado 2014 Umsätze in Höhe von 303 Millionen US-Dollar, kletterte jener Wert im Corona-Krisenjahr 2020 auf 1,75 Milliarden Dollar. Befürworter einer Legalisierung führen die hieraus resultierenden Steuereinnahmen häufig als Argument an.

Börsianer können mit Cannabis Aktien wiederum zwar mitunter fulminante Gewinne erzielen, müssen jedoch aufgrund der hohen Volatilitäten auch starke Nerven beweisen. Binnen des letzten Jahres stieg die Notierung des Medical Cannabis and Wellness ETF um 48,4 Prozent. DAX und Dow Jones kommen im selben Zeitraum hingegen auf ein Plus von 17,4 bzw. 25,4 Prozent.

Neben Folgen auf dem Börsenparkett kann eine Legalisierung auch signifikante Auswirkungen auf den Tourismus-Sektor haben, so die Ergebnisse der Studie. So geben beispielsweise 57 Prozent der Amsterdam-Besucher an, die Stadt „wegen Cannabis“ zu besuchen. Auch in Colorado gab es einen Effekt, wenn auch in geringerer Ausprägung: nach der Legalisierung gaben immerhin 6 Prozent der Colorado-Reisenden an, dass der Zugang zu legalem Marihuana einer der Hauptgründe für ihre Reise war.

Bild von M. Maggs auf Pixabay

Raphael Lulay

Über Raphael Lulay

Politikwissenschaftler, Journalist. In meinen Arbeiten befasse ich mich mit aktuellen Entwicklungen rund um die Themen Technologie, Finanzen, Wirtschaft und Wissenschaft.

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